Archiv der Kategorie: Tonträger

Sarah Graves: Black Boxes

[Aus meinem CD-Regal 7]

Über die Concertina-Spielerin Sarah Graves weiß ich kaum etwas. Aber dass sie wunderbar English Concertina spielt, weiß ich definitiv. Ihre CD „Black Boxes“ liefert den Beweis.

„Tunes and songs featuring the English Concertina“ lautet der Untertitel ihres offenbar bislang einzigen Solo-Albums. Darüber hinaus ist sie auf den CDs der Metric Foot Band zu hören.

„Black Boxes“ hat Sarah Graves, die nicht nur Concertina spielt, sondern auch singt, zusammen mit einer Reihe von Gastmusikern eingespielt, darunter Mick Graves (fiddle/mandolin/guitar/percussion/vocals), Dave Hennessy (melodeon) und Dave Mitchell (guitar/snare). Das Album enthält 16 meist – aber eben nicht ausschließlich – traditionelle Stücke.

Eine sehr schöne CD. Nicht nur Liebhaber/innen der English Concertina zu empfehlen.

Tommy McCarthy: Sporting Nell

Aus meinem CD-Regal [6]

Tommy McCarthy: Irish Concertina, Uilleann Pipes & Tin Whistle

Tommy McCarthy’s CD vereint 18 Titel, und die hat er allesamt solo eingespielt. Aber keine Sorge – es wird nie langweilig. Für Abwechslung ist gesorgt, sowohl was den Einsatz der Instrumente angeht als auch in Bezug auf den Wechsel zwischen schnellen und langsamen Stücken. Kurz: Jeder, der an traditioneller irischer Musik interessiert ist, der Reels, Jigs, Hornpipes und was Irland an musikalischen Ausdrucksformen sonst noch zu bieten hat, mag, ist mit dieser CD gut bedient.

Man kann Sporting Nell auch als musikalisches Vermächtnis McCarthy’s ansehen: der Musiker, 1929 in Shyan nahe Kilmihil im County West Clare geboren, starb im September 2000 während einer Pilgerreise nach Lourdes.

Mary MacNamara: The Blackberry Blossom

[Aus meinem CD-Regal 5]

„The Blackberry Blossom“ ist eine meine Lieblings-Concertina-CDs. Sie enthält eine ausgewogene Mischung aus Jigs, Reels, Hornpipes und Barn dances und kommt, anders als viele andere Irish Concertina-CDs, absolut unaufgeregt daher. Mary MacNamara spielt ganz entspannt und lässt die Musik für sich sprechen. Der Klang ihrer wundervollen Concertina kann sich voll entfalten, und ich sehe mich bei bei dem slow jig „An Paistin Fionn“ wieder einmal in meiner Meinung bestätigt, dass die kleine sechseckige Box gerade bei langsameren Titeln ihr beeindruckendes Potential zeigt.

Mary MacNamara ist eine Concertina-Spielerin aus Tulla im irischen County Clare. Viel weiß ich nicht über sie. In dem der CD beiliegenden Booklet habe ich gelesen, dass sie in eine sehr musikalische Familie hinein geboren wurde und mit Musik aufgewachsen ist. Unter den zahlreichen musizierenden Familienmitgliedern dürfte ihr Knopf-Akkordeon spielender Bruder Andrew das wohl bekannteste sein. Andrew MacNamara wirkt auch auf dieser CD gelegentlich mit, ebenso wie Geraldine Cotter am Piano und Catherine McEvoy (Flöte) bei einigen Tracks.

Tracks: 01 Shandon Bells, Tom Friel’s (jigs); 02 The Stone in the Field, Finlay’s Delight (reels); 03 An Paistin Fionn (slow jig); 04 Tatter Jack Walsh, House in the Glen (jigs); 05 Tommy Coen’s, John Naughton’s (reels); 06 The Golden Eagle (hornpipe); 07 The Hundred Pipers, The Mouse in the Cupboard (jigs); 08 Paddy Kelly’s (reel); 09 The Cavan Reel, Sporting Nell, Rattigan’s (reels); 10 Scatter the Mud, McGreavy’s (jigs); 11 Pearl O’Shaughnessy’s (barn dance); 12 Woman of the House, The Green Groves of Erin (reels); 13 Spailpin Fánach, The Little Beggarman (barn dances); 14 Blackberry Blossom, Sandy Carty’s (reels); 15 Mick Hand’s, The Maids of Mount Cisco (reels)

Alistair Anderson: The Grand Chain

[Aus meinem CD-Regal 4]

Wer an English Concertina denkt, denkt auch an Alistair Anderson.

Anderson ist seit den 70er Jahren einer der führenden Repräsentanten des English Folk. Der aus Northumberland im Nordosten Englands stammende Musiker spielt aber nicht nur meisterhaft English Concertina, sondern beherrscht auch perfekt das Spiel auf den Nothumbrian pipes. Die hier vorgestellte CD belegt dies überzeugend. Seit ich sie selbst spiele (und dieses Blog schreibe), gilt mein Hauptaugenmerk aber natürlich der English Concertina.

Für meine Ohren sehr angenehm: Andersons Musik kommt nicht so hektisch-nervig daher, wie das so oft z.B. bei seinen irischen Kollegen der Fall ist, die ihre CDs gern mit Jigs und Reels vollpacken und diese dann im Rekordtempo herunterspielen. Sehr gelungen finde ich das Zusammenspiel Concertina (Anderson) und Piano (Bob Fox). Mein Top-Titel ist allerdings das solo auf der Concertina gespielte “Wen Winds Begin to Sing”. Einziger “Schönheitsfehler” des Albums ist für mich das von Anderson zusammen mit der Steel Skies Band eingespielte “On Windy Gyle” – fast 17 Minuten lang, da denkt man, das hört nie auf …

Musiker: Alistair Anderson (English concertina, Northumbrian pipes); Will Atkinson (Harmonica); Bob Fox (Piano); Joe Hutton (Northumbrian pipes auf track 6); Will Taylor (Fiddle); The Steel Skies Band (track 8 und 9).

Tracks: 01 The Glakey Hornpipe, Peter’s Peerle Boat, Young Scotty / 02 Ten Years On / 03 Frank Bishop’s Farewell, The Swallow’s Tail / 04 Lady Walpole’s Reel, The Trip to Rousay, The Trip to Durham / 05 When Winds Begin to Sing / 06 Robertson’s Reel, The Great North Run, The Grand Chain / 07 Spalpeen Aroon / 08 On Windy Gyle / 09 The Tailor’s Revenge

CD-Neuerscheinung: Guidewires – II

Der Rezensent der Folk-Zeitschrift „Folker“ ist voll des Lobes: „Ein großartiges Album moderner irischer Musik, das mit jedem Hören wächst und definitiv in den Plattenschrank des Irish-Trad-Connaisseurs gehört.“ So urteilt Johannes Schiefner in der Folker-Ausgabe 04/11 (Juli/August 2011).

Die Rede ist von der jüngsten Produktion der irischen Gruppe Guidewires. Und die interessiert das Concertina-Blog natürlich vor allem wegen Pádraig Rynne. Rynne ist einer von Irlands virtuosen Anglo/Irish Concertina-Spielern der jüngeren Generation und gehört zur festen Besetzung von 5köpfigen Gruppe Guidewires. Er tritt aber auch Solo in Erscheinung und hat mit der Pádraig Rynne Band zudem eine „eigene“ Formation.

Wer mehr über den Concertina-Spieler wissen möchte, sollte seine Homepage unter www.padraigrynne.com besuchen. Dort gibt es Hörproben von seiner unter eigenem Namen eingespielten CD, aber auch vom oben genannten Guidewires-Album. Die Guidewires selbst findet man unter www.guidewiresmusic.com.

Ich bin jedenfalls neugierig geworden und habe sowohl Guidewires II als auch Rynne’s Album „Bye A While“ auf meine Wunschliste gesetzt. Vielleicht will mir ja mal jemand eine Freude machen …

Scan Tester: I Never Played to Many Posh Dances

Lewis (Scan) Tester (1887 – 1972) stammte aus Sussex/England. Er war in der Folk Szene der 60er und frühen 70er Jahre einer der wichtigsten und angesehensten Spieler der Anglo Concertina. Tester beherrschte aber auch andere Instrumente, wie etwa Bandoneon, Melodeon oder Geige.

Die hier vorgestellte Doppel-LP stammt aus dem Jahr 1990 und ist bei dem Traditionslabel „Topic Records“ erschienen. Sie enthält traditionelle Tanzmusik aus Sussex. 2009 hat die Plattenfirma dann eine Doppel-CD „nachgelegt“.

Dave Townsend: Portrait of a Concertina

[Aus meinem CD-Regal 3]

Dave Townsend: English Concertina
Nick Hooper: Guitar

Die Concertina, ob Anglo, English oder Duet, ist zweifellos ein typisches Folk-Instrument. Als Sir Charles Wheatstone 1829 für seine von ihm entwickelte English Concertina ein Patent registrieren ließ, hatte er sich das möglicherweise anders vorgestellt. Denn das voll chromatische Instrument ermöglicht sehr wohl auch das Spiel anspruchsvollerer Musikstücke. Doch obwohl klassische Stücke für die English Concertina geschrieben wurden, spielte das Instrument im Bereich der Klassik stets eine recht untergeordnete Rolle.

Was die English Concertina zu leisten vermag, belegt Dave Townsend mit seiner CD „Portrait of an Concertina“. Hier kann man die ganze Bandbreite ihrer Möglichkeiten kennen lernen, von Folk-Titeln über „gehobene Unterhaltung“ und Musik aus dem elisabethanischen Zeitalter bis zu einer Suite von Johann Sebastian Bach. Beeindruckend.

Der Engländer Dave Townsend lernte zunächst Keyboard, bevor er 1974 die Concertina für sich entdeckte. Er spielte sowohl in Folk Bands als auch bei Produktionen des National Theatre und mit dem London Monteverdi Orchestra. Auf der hier vorgestellten CD ist eine Aeola von Wheatstone, also ein Instrument der Spitzenklasse, zu hören. Townsend wird von Nick Hooper begleitet, einem professionellen Klassik-Gitarristen

Die Aufnahmen (insgesamt 12 Tracks) stammen aus dem Jahr 1985. Die CD ist bei Saydisc Records erschienen.