Archiv der Kategorie: Schulen

Concertina lernen: Anglo Concertina (3)

Bertram Levy
The Anglo Concertina Demystified
11 Lessons for the 30 Button Anglo Concertina

Um es gleich zu sagen: Bertram Levy’s Concertina-Schule ist die beste Schule für Anglo-Concertina, die ich kenne. In 11 Lektionen führt er Schritt für Schritt in das Spiel auf der 30knöpfigen C/G Anglo ein. Die Kapitel 1 und 2 und Teile aus den Lektionen 5, 6, 7, 8 und 9 sind aber auch für Spieler/innen des 20 Button C/G Instruments brauchbar.

Das Buch vermittelt Grundlagen wie Haltung des Instruments und Knopfanordnung und das Spiel in den Tonleitern C (Basic Position) D, D moll, G und A moll.  Und, was bei Concertina-Schulen leider nicht selbstverständlich ist: eigene Kapitel widmen sich Base Lines und der Bildung von Chords sowie dem Counterpoint. Viel Notenmaterial im Heft animiert zum (Nach-)Spielen – meiner Ausgabe lagen noch Kassetten bei, mittlerweile gehört eine CD (möglicherweise sind es auch zwei) mit zum Lieferumfang.

Man merkt dem Autor bei jedem Wort und jedem Ton an, mit welcher Begeisterung er selbst bei der Sache ist.  Vielleicht ein kleiner Wermutstropfen: Wie viele Concertina-Schulen gibt es auch Levy’s „Anglo Concertina Demystified“ leider nur auf Englisch.

Zum Schluss noch ein Zitat. Levy beschließt seine Concertina-Schule mit den Worten:

The concertina is an instrument of endless potential and can offer you a lifetime of musical pleasure.

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Concertina / Konzertina lernen: deutsche Konzertina (2)

The Concertina and How To Play It
von Paul de Ville
erschienen bei Carl Fischer, New York 1905
Englisch

Wir haben es bei „The Concertina and How to play it“ mit einem Altertümchen zu tun, das aber etwa bei Ebay oder in Antiquariaten noch gelegentlich zu haben ist. Doch man muss nicht unbedngt Geld dafür ausgeben: Unter http://sheetmusicpoint.com kann man das komplette Büchlein als PDF-Datei herunterladen.

Was kann man mit dieser Concertina/Konzertina-Schule anfangen? Auf den ersten Seiten findet sich eine kurzgefasste Musiklehre. Es folgen eine minimalistische Beschreibung von Concertina-Typen und ein paar Hinweise zur Handhabung des Instruments (Haltung, Gebrauch des Luftknopfs) und zur Systematik der (zusätzlich zu den abgedruckten Noten) verwendeten Tabulatur. Das publizierte Diagramm zeigt die Knopfbelegung einer 20 knöpfigen deutschen Konzertina, um die es dem Autor in diesem Buch letztlich wohl geht. (Da die Anglo Concertina nur hinsichtlich der Belegung des 1. Knopfes in der G-Reihe links anders „tickt“, ist eine Benutzung durch Anglo-Spieler/innen durchaus machbar).  Jetzt noch ein paar Tonleitern und wenige Übungen für die linke und die rechte Hand, und schon geht’s mit den Melodien los. 250 „Patriotic and Sacred Songs and well known Melodies“ enthält das Heft. Leider gibt es keinen Index, der bei der Suche nach einem bestimmten Song helfen könnte.

Fazit: Nicht gerade toll für Einsteiger/innen, zumal etliche unter den vielen mehr oder weniger bekannten Melodien nicht unbedingt einfach zu spielen sind. Aber wie oben schon gesagt: das Heft ist umsonst per Download erhältlich, da geht man kein Risiko ein. Und wie war das noch mit dem geschenkten Gaul?

Concertina lernen: deutsche Konzertina (1)

Bei Anfänger/innen, die das Spiel auf der kleinen deutschen Konzertina oder auch der 2reihigen Anglo Concertina erlernen wollen, ist die Konzertinaschule von Volker Bäcker sehr gefragt. Leider ist sie aber schon seit längerer Zeit vergriffen, und man muss schon viel Glück haben, noch ein Exemplar irgendwo zu ergattern. Im Moment wird die seinerzeit im Voggenreiter-Verlag erschienene Schule bei Ebay in einer Auktion angeboten. Hier der Link.

Concertina lernen: Anglo Concertina (2)

Absolute Beginner’s Concertina

A new guide to playing the twenty key Anglo concertina

Diese Concertinaschule, devised and edited by Mick Bramich, wie es auf dem Umschlag heißt, ist meines Wissens die einzige, die sich ausschließlich der 20 key Anglo Concertina widmet und aktuell verfügbar ist. Das mit 24 Seiten sehr knapp gehaltene Heft beschreibt mit wenigen Worten, was eine Anglo Concertina ist und geht auf einige wenige Hersteller wie Lachenal oder Jones ein. Das Kapitel „Buying a Concertina“ finde ich absolut überflüssig: Wenn man sich eine Schule für Anglo Concertina gekauft hat, ist die Entscheidung für dieses System doch normalerweise längst gefallen. Schließlich werden die Tonleitern in C, G und A Moll vorgestellt und die Bildung von Chords erläutert..

Das Heft enthält eine ganze Reihe von Stücken zu Übungszwecken. Bis auf das letzte Stück allerdings ausschließlich in einem Tabulatursystem, also nicht in Notenschrift. Ich selbst komme damit überhaupt nicht gut zurecht. Ich brauche Noten, um mir  – mindestens bei unbekannten Titeln – in etwa vorstellen zu können, wie das Stück klingen muss. Aber was für mich gilt, muss ja nicht auf alle Spieler/innen zutreffen…

Abschließend enthält das Heft noch ein paar Hinweise auf Tune Books und CDs. Aber durch die Bank ist alles recht dürftig. Nach meiner Meinung ist „Absolute Beginner’s Concertina“ auch für „absolute Anfänger/innen“ nicht empfehlenswert.

Concertina lernen: English Concertina (1)

Handbook for English Concertina

Kurz vor dem Start in den Urlaub habe ich mir meine erste English Concertina gekauft: eine Lachenal mit Metallenden und Metallbuttons und schönen Verzierungen. Bisher habe ich nur Anglo Concertinas gekannt.

Beide Concerina-Varianten unterscheiden sich stark voneinander. Die beiden augenfälligsten Punkte: die Anglo erzeugt unterschiedliche Töne auf Druck und Zug, bei der English ist der Ton unabhängig von der „Laufrichtung“ identisch. Bei der Anglo befinden sich die tiefen Töne auf der linken und die hohen Töne auf der rechten Seite, bei der English geht das abwechselnd, also C = links, D = rechts, E = links, F = rechts usw. Das ist schon sehr gewöhnungsbedüftig, und mir war es wichtig, eine Schule für die ersten Lernschritte mit in den Urlaub zu nehmen. Am schnellsten erreichbar war für mich die hier vorgestellte Schule.

Das „Handbook for English Concertina“ ist das Pendant zu Roger Watsons „Handbook for Anglo Concertina“., das das Concertina-Blog hier vorgestellt hat. Es gibt viele Gemeinsamkeiten. Die allgemeinen Texte zur Geschichte der Concertina und zur Pflege des Instruments sind identisch. Speziell für die English Concertina gibt es dann knappe Hinweise zur Haltung und zum Fingering.

Einige Diagramme helfen beim Erlernen der Tonleitern in C, G und F. Auf einer Doppelseite werden die Möglichkeiten der Bildung von Chords anschaulich dargestellt. Schließlich enthält das Heft eine kleine Auswahl an Melodien (Noten und Fingersatz).

Die beiden „Handbooks“ sind nicht nur identisch aufgebaut – auch das Urteil fällt gleich aus.

Von einem „Handbuch“ erwartet man eigentlich etwas mehr. Für die allerersten Schritte auf dem Weg, das Spielen auf der English Concertina zu erlernen, ist Roger Watsons Schule aber durchaus brauchbar, wie ich aus aktueller Erfahrung berichten kann. Nach Rückkehr aus dem Urlaub werde ich mich aber bald nach weiterem Material umsehen. Das Concertina-Blog wird berichten …

Concertina lernen: Anglo Concertina (1)

Handbook for Anglo-Chromatic Concertina

Angehende Spieler/innen der Concertina / Konzertina haben es nicht leicht. Es gibt nur wenig brauchbare Handreichungen für Anfänger/innen. Und so gut wie gar nicht in deutsch. Zudem sind die verfügbaren gedruckten Werke teilweise schon sehr alt (was aber nicht zwangsläufig ein Nachteil sein muss). Positiv ist immerhin, dass neben Schulen in gedruckter Form inzwischen auch Lern-DVDs im Handel sind und z.B. im Internet auf YouTube Videos zur Verfügung stehen, mit deren Hilfe das Spielen auf der Concertina erlernt werden kann.

Wir starten heute einen Rundgang durch die erreichbaren Materialien und beginnen mit dem Handbook for Anglo-Chromatic Concertina von Roger Watson. Das Heft ist Anfang der 1980er Jahre erschienen, man kann es aber etwa über ebay.com auch heute noch ohne Probleme erwerben. „Concertina-Modell“ hat eine dreireihige Concertina mit Metall-Enden von Hohner gestanden. Von daher verwundert es nicht, wenn der Autor im Rahmen des knappen Textes auch ein Loblied auf Hohner anstimmt, aber das hält sich in Grenzen.

Auf 24 Seiten werden knappe Informationen zur Geschichte des Instruments und zur Wartung und Pflege geboten. Daneben wird kurz die Spielweise des Instruments erläutert. Das Spiel wird hauptsächlich anhand von Lied-Beispielen erklärt, und das Heft enthält eine umfassende grafische Übersicht über die Bildung von Akkorden.

Die Bezeichnung „Handbuch“ ist bei diesem dünnen Heft arg hochgegriffen. Dennoch würde ich sagen, dass es für den Beginn seinen Zweck durchaus erfüllen kann. Mehr aber auch wirklich nicht.